Artemiaschale

Vier kleine Schokoladenguramis – und jetzt?

Michael Schlüter brachte mir zum DKG-Treffen in Zwickau einige kleine Sphaerichthys vaillanti mit, welche ich eigentlich mit Cyclops aus dem Teich vor meiner Haustür ernähren wollte. Mit Ernüchterung musste ich allerdings schon nach wenigen Tagen feststellen, dass die kleinen Labyrinthfische dieses Lebendfutter gar nicht so klasse fanden. Bevor sie überhaupt fraßen, schauten sie sich jeden Hüpferling noch mindestens eine halbe Minute an. Um die Tiere vernünftig zum Wachsen zu bekommen, war dies sicher nicht das richtige Futter. Letztlich führte kein Weg an Artemianauplien vorbei. Doch wie kann man mit wenig Aufwand (ich bin Student…) und möglichst geringer Lärmbelästigung (… und wohne in einer Einzimmerwohnung!) Artemia erbrüten? Außerdem brauchte ich ja nur relativ geringe Mengen. Deshalb wäre der Einsatz meiner Colaflaschen-Anlage mit relativ lauter Belüftung etwas übertrieben.
Ein Artikel von Uwe Dost im Garnelen-Sonderheft (Dähne Verlag, 2004) brachte die Lösung. Kurzfristig wurden einige Plastikschalen aus dem Küchenbedarf verwendet. Zwei Liter Wasser, vier Teelöffel Salz, ein halber Teelöffel Artemia-Cysten – 24 Stunden später fraßen meine kleinen Erdbeer-Schokoladenguramis gierig die ersten Artemianauplien. Schalen und nicht geschlüpfte Cysten sind für Jungfische nicht sonderlich gut verdaulich und können im Zweifelsfall zum Tod führen. Bei dem Plastikschalen-Modell war eine Trennung zwischen Schalen und Nauplien natürlich nicht möglich. Uwe Dost schreibt, dass er durch dass Einbringen eines Glassteges an der Oberfläche die Nauplien ganz gut trennen konnte. Beleuchtet man das Erbrütungsbecken auf der Seite des Stegs, auf der man keine Cysten gestreut hat, sammeln sich die Nauplien alle hier – und die Schalen bleiben auf der anderen Seite. Im Praxisversuch verbesserte der Steg die Reinheit zwar um einiges, ganz zufrieden war ich aber ehrlich gesagt nicht. Kippt man nach dem Absaugen Wasser zurück – es ist durchaus möglich, ein Becken zwei Tage ohne Reinigung zu verwenden und alle nach jedem Absaugen ein paar neue Cysten dazu zu streuen – werden Schalen in die beleuchtete Kammer gespült. Das aktuelle Modell mit zwei versetzten Stegen erreicht eine Nauplien-Reinheit von fast 100 Prozent. Verständlicherweise sollte auch hier das abgesaugte Wasser in die Kammer zurückgeschüttet werden, aus der es abgesaugt wurde. Stärkere Schwenkbewegungen würden Schalen beziehungsweise Cysten auch von einer Kammer in die andere verfrachten.

So funktioniert es am Besten:

  • Drei Teelöffel Salz in das Becken geben. Ich benutze immer Billig-Salz ohne Jod und Fluor von Aldi o.ä. Einige Kritiker meinen, Meersalz wäre essentiell. Soll jeder selbst feststellen. Ich gebe das Salz immer in die vordere, größere Kammer, um dann…
  • … 1,5 Liter kaltes bis handwarmes Leitungswasser direkt dazu zu schütten. Der Großteil des Salzes wird dadurch aufgelöst. Den Rest kann man entweder durch Rühren auflösen, oder man lässt es einfach. Löst sich auch selbst auf.
  • Jetzt stellt man das Becken (falls es noch nicht an Ort und Stelle stehen sollte) so auf, dass die größere Kammer (nach hinten begrenzt durch einen Steg oben) mehr im Licht steht. Falls dies nicht geht, kann man sie auch beleuchten oder die hintere, kleinere Kammer – nachdem man Punkt (4.) ausgeführt hat – mit einem dunklen Blatt o.ä. abdecken.
  • In die hintere Kammer gibt man maximal einen halben Teelöffel Artemia-Cysten. Weniger ist besser. Gibt man zu viele hinein, schlüpfen zwar Nauplien, welche dann aber aufgrund von Sauerstoffmangel nach wenigen Stunden sterben. Anfänglich dachte ich, dies sei auf Nahrungsmangel zurückzuführen. Ist aber nicht so…
  • Je nach Temperatur und Herkunft der Cysten kann man nach 12 (30° C) bis 24 (20° C) Stunden die geschlüpften Nauplien absaugen. Am einfachsten geht dies mit einem Luftschlauch. Am schnellsten, wenn die Lichtquelle nur einen kleinen Teil des Beckens beleuchtet. Dann sammeln sich die Nauplien nämlich in diesem kleinen Bereich…

© Martin Grimm




                                                         
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Artemiaschale

Länge: 30cm
Breite: 20cm
Höhe: 5cm

Preis: 14,- €uro

Artemiaschale
Drei Teelöffel Salz und 1,5 Ltr. Wasser in die Schale geben. 1/2Teelöffel Artemiaeier in die kleine Kammer geben. Die Schale abdunkeln. Nach 24 - 36 Std. schlüpfen die Nauplien. Da die Nauplien zum Licht schwimmen sollte im abgedunkelten Deckel ein Loch sein. In der großen Kammer können die Artemianauplien unter diesem Loch mit einem Schlauch oder einer Spritze abgesaugt und verfüttert werden.

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