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Biofilter
Das unerschöpfliche Thema „Aquarienfilterung”.
Wer lange genug Zierfische züchtet, befasst sich irgendwann mit der Filterung
seiner Aquarien.
Wobei wir drei Filterarten unterscheiden.
1. Die chemische Filterung.
Hierbei wird das Wasser durch Zusatzstoffe, die entweder dem Filter oder direkt
dem Aquarienwasser zugegeben werden gereinigt.
2. Die mechanische Filterung.
Bei der der Mulm im Filtertopf gesammelt wird und eine regelmäßige Reinigung
Pflicht ist.
3. Die biologische Filterung.
Bei der der Mulm und die Schadstoffe von Bakterien aufgezehrt werden.
Punkt 1. ist auf Dauer sehr teuer.
Punkt 2. ist wegen der regelmäßigen Reinigung zu arbeitsaufwendig.
Blieb also nur Punkt 3. die biologische Filterung, mit der ich schon ein paar
Erfahrungen sammeln konnte durch den ”Hamburger Mattenfilter”.
Hierbei handelt es sich um eine Filterschaumstoffmatte, die man in kleineren
Aquarien zwischen die Seitenscheiben klemmt oder als Rückwand einbaut. Betrieben
werden diese Biofilter mit einem Luftheber. Wichtig hierbei ist ein langsamer
Durchfluss, der durch den Luftheber gewährleistet wird. Wenn die gleiche Matte
mit einer Pumpe betrieben würde, wäre sie innerhalb kürzester Zeit verstopft.
Ausführliche Beschreibungen zum Hamburger Mattenfilter unter
www.deters-ing.de.
Es gab natürlich auch Nachteile. Es verendeten immer mal wieder Jungfische
zwischen Matte und Glasscheibe. Bei größeren Aquarien ab einer Mattenlänge von
ca. 60 - 80 cm konnten sich die Matten durchbiegen, wobei sich noch größere
Spalten zwischen Matte und Glasscheibe bildeten und noch mehr Jungfische
verendeten. Also klebte ich an der Mitte der Rückwand ein
Glasprofil ein, welches es mir erlaubte die Matte zu teilen. Jetzt bogen sie
auch nicht mehr durch. Da es jetzt zwei Matten waren, musste ich auch zwei
Luftheber einbauen.
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Biofilter für kleine Aquarien
Frontansicht © Gerd Arndt, 2004 |
Biofilter für kleine Aquarien
Frontansicht © Gerd Arndt, 2004 |
Da war es mir schon lieber, mehr Platz im Becken zu haben. Also nichts fest
eingeklebtes und noch wichtiger, ohne eingeklemmte und tote Jungfische.
Dies galt allerdings nur für größere Becken. Die kleineren Zuchtbecken wurden
immer noch mit Mattenfiltern betrieben.
Bei Langzeitversuchen mit den neuen selbstgebauten Biofiltern stellte sich
heraus:
Punkt 1
Der Biofilter sollte ca.10% des Beckeninhaltes an Volumen haben. Für die
Aufzucht von halbwüchsigen Fischen waren 15% sogar besser.
Punkt 2
Der Beckeninhalt sollte höchstens einmal pro Stunde umgewälzt werden.
Mindestens aber alle fünf Stunden einmal.
Ideal war wenn der Beckeninhalt alle zwei Stunden einmal den Filter durchlief.
D.h. für ein Becken von 500 Litern Inhalt ist eine Pumpenleistung von 250
Liter/Std. Ideal.
Punkt 3
Auch hier war der Filterschwamm das ideale Filtermedium.
Punkt 4
Der Filter war herausnehmbar, wodurch eine Generalreinigung des Aquariums
erleichtert wurde.
Punkt 5
Der Filter war sehr leistungsfähig.
Jetzt müsste eigentlich eine Tabelle kommen, die die Reinigungskraft des Filters
durch Zahlen beweist. Aber wissenschaftlich habe ich mein Hobby nie betrieben.
Es wurden auch keine Wasserwerte gemessen. Exakte Messungen sind sowieso nur mit
Laborgeräten möglich.
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Biofilter für kleine Aquarien mit
Filterschaum © Gerd Arndt, 2004 |
Biofilter für große Aquarien
leer © Gerd Arndt, 2004 |
Aber es gibt andere Zahlen, z.B. wie viele Fische kann ich in einem 250
Ltr.-Becken halten.
Da gibt es Grundregeln, die in vielen Büchern immer wieder auftauchen und die
man auch von vielen Zoohändlern zu hören bekommt.
1 cm Fischkörper pro Liter Aquarium.
Danach würde Ein Neon von 2 cm Länge auch 2 Liter Wasser beanspruchen.
Wahrscheinlich gilt das nur für die im Zoohandel erhältlichen Filtern, Die wie
ich meine, zuviel Pumpenleistung bei zu wenig Filterfläche haben.
Aber um wieder zu den Zahlen zurück zu kommen.
In meinen 240 Ltr. Hälterungs- und Aufzuchtbecken die die Maße 100 cm x 60 cm x
40 cm hatten stellte ich von innen an der Seite einen Biofilter von 15 cm x 60
cm x 40 cm auf.
Das Filtervolumen betrug also 15 % des Beckeninhaltes und nahm eigentlich eine
Menge Schwimmraum weg.
Aber der Erfolg war beachtlich!
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Biofilter für große Aquarien
© Gerd Arndt, 2004 |
Biofilter für große Aquarien
© Gerd Arndt, 2004 |
In einem 240 Ltr.- Becken schwammen 2.000 echte Neon von ca. 2 cm Größe. In
einem anderen 240 Ltr.- Becken schwammen ca. 250 Schwertträger von ca.4 - 5 cm
Größe. Insgesamt waren 48 Becken dieser Größe ähnlich besetzt.
Nur der regelmäßige wöchentliche Wasserwechsel von ca. 30 % wurde beibehalten.
Es gab keine Ausfälle und keine Krankheiten, wie es sie sonst in überbesetzten
Becken gibt.
Bei derartig besetzten Becken hatte der Mulm (Belebtschlamm) unter den
Filtermatten eine Höhe von ca. 4 - 5 cm. Wenn so nach und nach die Fische
verkauft wurden, wurde auch der Mulm weniger. Ein sicheres Zeichen, dass die
Bakterien zuwenig Nährstoffe im Filterschwamm
vorfanden und deswegen zusätzlich den Mulm abbauten.
Außerdem waren die Filter pflegeleicht. Sie wurden über Jahre nicht gereinigt.
Da der Wassereinlauf von oben erfolgte war es nur die oberste Filtermatte die
regelmäßig ausgespült werden musste. Dies erfolgte jedes Mal wenn in der
Pumpenkammer der Wasserstand niedriger war als im Aquarium. Die Reinigung der
obersten Filtermatte wiederum war abhängig von der Art des Futters. Bei
ausschließlicher Fütterung mit Trockenfutter musste die oberste Matte ca. alle
14 Tage
ausgespült werden.
Bei ausschließlicher Fütterung mit Karpfen- oder Forellenbrutfutter verkürzte
sich der Reinigungsintervall weil sich diese Futtersorten auflösten und das
Wasser leicht trübten.
Hier musste die Matte ca. alle 7 bis 10 Tage gereinigt werden.
Während bei ausschließlicher Fütterung mit Lebendfutter die oberste Matte gar
nicht gereinigt werden musste.
Einzige Ausnahme: Die Fütterung mit lebenden Wasserflöhen, die im warmen Wasser
schnell abstarben und sich auf die Filtermatte legten.
Wegen der verschiedenen Beckenhöhen musste ich zwei verschiedene Biofiltertypen
bauen. Für Becken ab 30 cm Höhe hatten die Biofilter den Wassereinlauf durch
einen Überlaufkamm von oben. Bei dieser Bauart liegen die Matten waagerecht
übereinander.
Für Becken unter 30 cm Höhe hat der Filter einen seitlichen Wassereinlauf und
die Matten stehen senkrecht nebeneinander.
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