| Hier ein Kommentar von
Olaf Deters (Aquaristik ohne Geheimnisse):
Gerd-Kasten
Neu 21.05.2006:
Inkubatoren zum Erbrüten von Fischeiern
Jeder Züchter kennt das Problem. Eine neue Art
züchtet das erste Mal und es schlüpfen leider nur wenige Jungfische. Wohin
damit? Extra ein Aufzuchtbecken freimachen oder neu einrichten? Für drei
Jungfische? Da ist selbst ein 20 Ltr.-Becken noch zu groß.
Damit die Tiere optimal wachsen, müssen Sie „im Futter stehen”. Das heißt,
mehr füttern als nötig, damit die Jungen das Futter auch finden.
Das heißt aber auch, vor jeder Fütterung, altes Futter absaugen, das
Becken reinigen und einen Teilwasserwechsel zu machen. Denn je kleiner das
Becken, desto eher verdirbt das Wasser.
Die Zuchtkästen aus dem Zoogeschäft sind meist ungeeignet.
Zum Beispiel die „Guppytanks” haben Schlitze, aus denen feines Futter
entweicht, ebenso wie kleine Jungfische. Sie sind wirklich nur für
Lebendgebärende geeignet. Und ein Wasseraustausch findet auch kaum statt.
Oder die Netze, die über ein Kunststoffgestell gezogen werden.
Sie kann man mit kleinen Jungfischen besetzen. Ein Wasseraustausch findet
auch statt, wenn man Sie in die Strömung hängt, aber auch hier
verschwindet feines Futter durch die Maschen.
Der größte Nachteil aber ist das Gestell innerhalb des Netzes.
Jungfische suchen instinktiv Verstecke die möglichst klein sind. Also
verstecken Sie sich zwischen Netz und Gestell. Das Netz bewegt sich durch
die Filterströmung und der Jungfisch zwängt sich bei jeder Bewegung des
Netzes tiefer in den vermeintlich sicheren Unterschlupf.
Irgendwann sitzt er fest und verendet.
Ich benötigte also Aufzuchtbecken, die den Bedürfnissen der Jungfische
genügten und ein optimales Wachstum versprachen.
1. Keine störenden Gegenstände wie Heizung, Filter,
Luftschläuche oder ähnliches im Aufzuchtbecken. Wenn schon Versteckplätze,
dann wollte ich sie selbst einbringen.
2. Das Becken sollte klein sein damit die Jungfische „im Futter stehen”
und eine schnelle Reinigung möglich ist.
3. Trotz des geringen Wasservolumens sollten die Wasserwerte stabil
bleiben.
4. Futter, wie Artemianauplien oder feinstes Staubfutter sollte möglichst
lange im Aufzuchtbecken verbleiben ohne ausgeschwemmt zu werden
5. Ein Wasseraustausch muss erfolgen, möglichst über eine Filterung.
6. Bei einem Wasserwechsel im Aquarium darf das Aufzuchtbecken nicht mit
entleert werden, wie es bei den Netzen der Fall ist.
Es wurden Skizzen gezeichnet, viele Skizzen. Bis mir endlich eine zusagte.
Nun ging es an den Bau der Einhängekästen. Da ich mit Kunststoffen und
deren Verarbeitung nicht viel im Sinn habe, war es für mich von vornherein
klar, dass die Kästen aus Glas gebaut werden.
Das erste Aufzuchtbecken hatte eine Grundfläche von 12 cm x 20 cm und war
10 cm hoch. Nicht hoch genug wie sich herausstellte. Da das Becken zum
einhängen war und der Wasserstand im großen Becken 5 cm unterm Rand
begann, blieben im kleinen Becken bei einer Höhe von 10 cm nur 5cm
Wasserstand. Das war zuwenig für die Jungen. Selbst der Luftheber
beförderte kein Wasser in das Aufzuchtbecken.
Das Rohr des Lufthebers wurde stärker. Statt 9 mm jetzt 12 mm. Dadurch
wurde die Förderhöhe des Wassers gesteigert. Die Beckenmaße wurden
geändert und die Einhängeseite wurde um 2 cm verlängert.
Jetzt funktionierte es. Die Fische fühlten sich wohl und wuchsen schneller
als in größeren Becken. Und ich hatte bedeutend weniger Arbeit mit der
Reinigung dieser kleinen Becken.

Durch den Luftheber wird gefiltertes Wasser aus
dem Aquarium in das Aufzuchtbecken befördert. Das durch den Luftheber
geförderte Wasser fließt durch eine ca.2 cm starke Schaumstoffmatte, die
als Filtermedium dient und gleichzeitig verhindert, dass Jungfische aus
dem großen in das kleine Becken gelangen.
Der Auslauf erfolgt durch eine Kunststoffgaze von 0,5 mm Maschenweite.
Dadurch ist es möglich sehr kleine Jungfische aufzuziehen, z.B.
Zebrabärblinge.
Die Gaze ist einfach mit einer Zahnbürste zu reinigen.
Sie ist ca.5 cm über dem Boden eingeklebt, damit bei einem Wasserwechsel
im großen Becken, das Aufzuchtbecken nicht entleert wird und Jungfische
verenden.
Frischgeschlüpfte Artemianauplien, die eine Größe von ca.180 my - 200 my
haben, können natürlich durch die Maschenweite von 500 my der
Kunststoffgaze entweichen. Tatsächlich aber haben die Artemien eine sehr
lange Verweilzeit im Aufzuchtbecken. Durch den geringen Wasserzulauf wird
bedeutend mehr Futter von den Jungfischen gefressen als ausgeschwemmt.
Außerdem kann durch den Lufthahn die Wasserzufuhr verringert oder ganz
abgestellt werden.
Auf Wunsch kann aber auch eine feinere Gaze eingeklebt werden.
Bei mir, aber auch bei befreundeten Züchtern wurden die Aufzuchtbecken
schnell unentbehrlich
Diese „Becken im Becken”, wie ein Züchter sich ausdrückte, haben viele
Vorteile:
1. Die Jungen wachsen in demselben Wasser auf, in dem Sie
geboren wurden.
2. Temperatur und Wasserwerte sind so stabil wie im großen Becken.
3. Intensivere Fütterung, dadurch besseres Wachstum.
4. Einfache, schnelle Reinigung der kleinen Aufzuchtbecken.
5. Platzersparnis, da keine Aufzuchtbecken mehr für die ganz Kleinen
benötigt werden.
6. Man erspart sich die vielen flachen Schalen, die man zur Eierbrütung
benötigt.
Detailansicht der einzelnen Behälter
Standartgrößen der Einhängebecken © Gerd Arndt, 2004
Die Aufzuchtbecken können für viele
Arten von Jungfischen eingesetzt werden.
Zum Beispiel.:
Als Ablaichkasten für Lebendgebärende.
Statt Laichrost können feine Pflanzen oder Wollfäden eingebracht werden.
Nach dem Laichen wird nur die Mutter entfernt. Die Jungen bleiben noch 4 -
6 Wochen im Aufzuchtbecken.
Zur Erbrütung von Eiern.
Z.B. abgesammelte Corydoraseier können in den Aufzuchtkästen zum Schlupf
gebracht werden. Durch die Filterströmung werden die Eier ständig umspült
und man hat kaum Verluste. Natürlich müssen unbefruchtete oder
abgestorbene, weiße Eier trotzdem abgesammelt
werden. Das gleiche klappt auch mit Laich von Barben, Salmlern oder
anderen.
Die Jungen können im Aufzuchtbecken bleiben, bis Sie zu groß geworden sind
und umgesetzt werden müssen.
Ancistrushöhlen werden mitsamt Gelege und brutpflegendem Männchen in ein
Aufzuchtbecken umgesetzt. Wenn die Jungen die Höhle verlassen haben werden
Männchen und Höhle wieder ins große Becken überführt. Selbst mit dem
Hypancistrus zebra gibt es keine Probleme.
mit anderen Höhlenbrütern wie Hexenwelsen oder Grundelarten geht es
natürlich auch.
Schwieriger ist es da schon mit maulbrütenden Welsen.
Fängt man Sie mit dem Käscher, werfen Sie das Gelege und nehmen es meist
nicht mehr an.
Zum Fang muss das Aufzuchtbecken auf den Grund des Zuchtbeckens auf die
Seite gelegt werden. Um dann mit einem Kescherstiel oder dünnem Stock das
brutpflegende Männchen vorsichtig in das auf der Seite liegende
Aufzuchtbecken zu schubsen. Schnell eine Glasscheibe
als Deckel drauf und das Aufzuchtbecken am Aquarienrand einhängen.
Die ersten Aufzuchtbecken hatten eine Länge von 20 cm.
Es ergab sich schnell, dass andere Größen benötigt wurden. Zum Beispiel
die Röhren der Hexenwelse passten nicht in die Becken. Denn von den 20 cm
Gesamtlänge entfielen 4,5 cm bis 5 cm auf den Filter. Das reichte für die
Röhren der kleineren roten Hexenwelse. Aber die Röhren der größeren R.
lanceolata passten nicht.
So ergaben sich nach und nach 4 Größen.
Zur Detailansicht bitte hier klicken!
1. Grundfläche 15 cm x 10 cm Höhe 12 cm Größe der
Aufzuchtkammer ca.10 cm x 10 cm x 12 cm. Ideal für wenige oder ganz kleine
Jungfische.
2. Grundfläche 20 cm x 10 cm Höhe 12 cm Größe der Aufzuchtkammer ca.15 cm
x 10 cm x 12 cm
2 und 3 sind die eigentlichen Standartgrößen
3. Grundfläche 25 cm x 10 cm Höhe 12 cm Größe der Aufzuchtkammer ca.20 cm
x 10 cm x 12 cm
Die Größe ist schon geeignet für Lebendgebärende oder Hexenwelsröhren.
4. Grundfläche 30 cm x 10 cm Höhe 12 cm Größe der Aufzuchtkammer ca.25 cm
x 10 cm x 12 cm
Für Lebendgebärende, Hexenwelsröhren, Ancistrushöhlen oder zum umsetzen
von Größe 1 Neu 22.08.05:
Ablaichkasten für Lebendgebärende, bitte
hier klicken. Fotos folgen
Die im Zoohandel erhältlichen Aquarien
haben zur Stabilität an Front- und Rückscheibe ca. 2-3 cm vom oberen Rand
einen Steg eingeklebt, was es unmöglich macht an die Sichtscheibe einen
Aufzuchtkasten einzuhängen. Es gibt von jeder Größe links oder rechts
einzuhängende Kästen, die man natürlich auch an der
Frontscheibe einhängen kann.
Vier Kategorien von
Aufzuchtkästen werden hier angeboten. Die "normalen" Kästen in 4
verschiedenen Größen, die flachen Kästen, ebenfalls in 4 verschiedenen
Größen, die besonders für Welse geeignet sind, die geschlossenen Kästen, 4
Größen mit eigenem Filter und die Sonderanfertigungen.
Um zu den jeweiligen Kategorien zu kommen, sind die nachfolgenden Bilder
anzuklicken:
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